Einmal raus aus dem Büro, rein in die Natur: Für unser diesjähriges Sommerfest haben wir Tastatur gegen Klettergurt getauscht und sind in den Kletterwald Travemünde gezogen. Wer als ITler/in den ganzen Tag am Bildschirm sitzt, kennt Höhen sonst höchstens aus der „Cloud" – umso spannender war die Frage, wie sich unser Team schlägt, wenn es statt um Bits und Bytes plötzlich um Mut, Balance und einen sicheren Griff geht. Zwischen Kiefern, Karabinern und jeder Menge Adrenalin sei so viel verraten: Auch wer sonst am Schreibtisch klebt, hält sich in luftiger Höhe erstaunlich gut fest.
Los ging es mit Köpfchen statt Kletterhaken. Die Aufgabe klang simpel und war es überhaupt nicht: Ein rohes Hühnerei sollte aus 17 Metern Höhe in die Tiefe geworfen werden – und unten heil ankommen.
Das Material? Überschaubar. Bewaffnet mit einer Tüte, ein paar Strohhalmen, Tesa und einer Handvoll Bändern machten sich drei Teams ans Werk und tüftelten an ihren ganz eigenen Konstruktionen. Von durchdachten Dämpfungssystemen bis zu kreativen Fallschirm-Ideen war alles dabei. Ein bisschen Statik, ein bisschen Bauchgefühl und ganz viel Teamgeist – im Grunde also ein ganz normaler Arbeitstag, nur mit mehr Klebeband.
Die fertigen Konstruktionen wurden erstmal sicher zur Seite gelegt – denn der große Wurf sollte erst zum krönenden Abschluss folgen. Vorher stand nämlich noch die eigentliche Mutprobe an. Wie es den Eiern am Ende ergangen ist? Dazu später mehr.
Helm auf, Gurt an, Sicherungsseil einklinken. Auf sieben verschiedenen Parcours mit ganz unterschiedlichen Höhen war wirklich für jede und jeden etwas dabei.
Und das Schöne: Es musste niemand über den eigenen Schatten – oder besser: über die eigene Komfortzone – springen. Einige sind mit beiden Beinen fest auf dem Boden geblieben und haben von unten angefeuert. Andere haben sich an die mittleren Höhen herangewagt und dort ihre Grenzen ausgelotet. Und wieder andere haben sich bis in die Baumwipfel getraut.
Genau wie im Projektalltag gilt eben auch hier: Jeder bringt sich so ein, wie es passt, und gemeinsam kommt man ans Ziel.
Nach so viel Klettern, Wackeln und Balancieren knurrte natürlich der Magen. Zur wohlverdienten Stärkung gab es Pizza, Crêpes, Kaffee und kühle Getränke – die perfekte Belohnung für müde Arme und mutige Beine. Ausklingen ließen wir den Tag an der schönen Travemünder Promenade. Bei Meeresbrise und guter Stimmung galt dort nur eine wichtige Regel: bloß nicht die Getränke von den Möwen klauen lassen. Die norddeutschen Kollegen mit Schnabel kennen nämlich keine Gnade.
Die ehrliche Antwort: Am Ende hat leider keines der Eier überlebt. Spannend war dabei, dass die Taktik der Fallschirmkonstruktion total durchdacht war und sich bei allen Teams wiederfand – 17 Meter waren dann aber doch eine Spur zu hoch. Immerhin fielen alle Eier butterweich.
Es war ein rundum gelungenes Sommerfest – mit Köpfchen, Mut, guter Verpflegung und ganz viel Miteinander. Wir kommen aus den Höhen zurück mit blauen Flecken, guten Geschichten und der Erkenntnis, dass ein starkes Team am Boden genauso zählt wie in den Baumwipfeln.