23.03.2022

CLOUD BACKUPS


Backups. Seit jeher sind sie wichtig, sowohl für Privatpersonen als auch für Firmen jeglicher Größe, sofern sie Daten elektronisch verarbeiten und speichern. Sie sind ein Muss, um im Falle einer Katastrophe schnell und zuverlässig verlorenen oder beschädigte Daten wiederherzustellen.

Seit einigen Jahren sind nun Cloud-Backups in Nutzung. Backups erstellt von Computer und digital über Netzwerke an den Speicher gesendet. Große Serverschränke anstelle von Stapeln von Festplatten. Schnelles Verschicken übers Internet anstelle von Weglegen und aus dem Lager holen von Speichermedien. Besonders bequem falls das Backup Medium an einem anderen Firmenstandort liegt.

Aber auch für Privatpersonen hat ein Cloud Backup Vorteile. Wer verlegt nicht mal den USB Stick mit den Sicherheitskopien, wenn er nur sehr selten gebraucht wird? Was wenn der Rechner aus irgendeinem Grund den USB-Stick nicht erkennt oder der Stick beschädigt wurde? Eine Cloud speichert alle Daten für sie und sie können von überall darauf zugreifen und müssen nie wieder nach diesem einen USB-Stick suchen.

Aber wie kam es überhaupt dazu?



Von der Lochkarte zur Serverfarm

Angefangen hat alles ganz schlicht und einfach und aus Papier. Und nein, damit sind nicht einfach Kopien von Dokumenten gemeint. Der erste Backup Datenträger waren die sogenannten "Lochkarten". Diese Karten aus dünnem aber stabilem Karton konnten pro Karte bis zu 80 Bits speichern. Das Material konnte aber auch variieren, abhängig davon, wo die Karten eingesetzt wurden. So gab es Webstühle, die Lochkarten aus Holz nutzen und Drehorgeln. Die Lochkarte kam zuerst in der Mitte des 18. Jhd auf und wurde genutzt, um wiederkehrende Abläufe ohne Abweichung zu wiederholen.

Mitte des 20. Jhd wurden die dann von Magnetbänder ersetzt. Nicht nur wurden anstatt nur der Programme bzw. Abläufe jetzt auch die Ergebnisse gespeichert, die Bänder erlaubten einen viel höheren Speicher von 2,3MB. Die 413 kg schweren Geräte zum Lesen und Schreiben der Bänder wurden praktisch immer am Laufen gehalten. Es war auch der Zeitpunkt wo die Speichermedien an anderen Standorten eingelagert wurde, um sie keinen Schäden auszusetzen.

Allerdings waren die Magnetbänder groß und sperrig. ls in den 1970ern dann erst Disketten gefolgt von beschreibbaren CDs und DVDs. Diese waren kleiner, handlicher, leichter zu transportieren und kosteneffizienter. Daten konnten um einiges schneller zwischen Geräten ausgetauscht werden. Die ersten CDs konnten bis zu 700 MB speichern und wurden in der Musikindustrie genutzt. Das war mehr als der damals interne Speicher der Computer.

HDDs existieren seit den 50ern. Während sie von anfang an eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Computer spielten, waren sie bis in die 90er Jahre nicht effizient genug, um als Speichermedium genutzt zu werden. 1956 waren HDDs so groß wie Kühlschränke und wog eine Tonne. Es war ein Schrank mit 50 24Zoll Platten und einer Speicherkapazität von 5 MB. Heutzutage kann eine 2,5 Zoll Festplatte bis zu 16 TB speichern. In den 80ern gab es einen 250kg schweren Schrank mit einem Speicher von über 2 GB aber die ersten HDDs klein genug für einen PC wie er damals beliebt wurde, war 5,25 Zoll und hatte wieder nur 5 MB. In den 90ern waren es dann aber schon 40-100 MB und seit dem ist die Speicherkapazität stetig gestiegen. Im Gegensatz zu anderen Technologien der Zeit konnten die Backups mit HDDs automatisiert werden.

Zeitgleich hatte sich auch die Magnetbandtechnologie weiterentwickelt. Immer noch billiger als HDDs konnten sie in den 90er Jahren bis zu 100 GB speichern und war somit eine beliebte Lösung für Backups und Datenaustausch als Firmen begannen mehrere einzelne Computer anstelle einer großen Mainframe zu nutzen. Drittfirmen wurden damit beauftragt die Bänder abzuholen und sicher zu lagern.

In den 2000ern fingen Firmen dann an Cloud Plattformen zu nutzen, bald auch für Backups. Daraus entstand ein Geschäft, wo Kunden angeboten wurde nur für Rechenleistung und Speicher zu zahlen, ohne Ausgaben für Equipment und leicht hochskalierbar. Dementsprechend groß wurden auch die Serverfarmen, die die Daten beherbergten.



Warum lokal? Warum in der Cloud?

Natürlich stellt sich auch die Frage, warum das Backup in einer Cloud speichern? Warum nicht zuhause auf einer externen Festplatte oder auf einen USB Stick? Dafür gibt es mehrere Gründe:

Optimalerweise wird ein Backup selten bis gar nicht gebraucht. Und Dinge, die nicht gebraucht werden, werden weggeräumt. An irgendeinen sicheren Ort, wo das Speichermedium nicht aus versehen weggeschmissen wird und leicht zu finden ist mit dem Endergebnis, dass das Backup dann nicht gefunden wird oder das Medium aus irgendeinem Grund nicht nutzbar ist. Vielleicht wurde es beschädigt, vielleicht ist der Anschluss nicht nutzbar, vielleicht wird das Medium einfach nicht erkannt.

Lokal hat aber auch Vorteile. Unabhängig von der Internetleitung und verfügbaren Downloadraten ist der Zugang zu den Daten um einiges schneller und auch sicherer. Sie sind die einzigen mit Zugang zu den Daten das Backups und um Hacker vom Backup fern zu halten, können sie einfach das Medium vom Rechner trennen.

Cloud Speicher haben aber auch ihre Nachteile. Während keine physischen Anschlüsse für das Backup gebraucht werden und es in der Verantwortung des Anbieters liegt, dass die Hardware funktioniert, kann es immer passieren, dass die Server mit den Daten beschädigt werden, denn nur, weil das System Cloud heißt,  bedeutet das nicht, dass die Daten unverwundbar durchs Internet schweben. Irgendwo liegen sie auf einem Server. So ist Mitte März diesen Jahres ein Rechenzentrum in Straßburg am Rhein mit 12.000 Servern niedergebrannt, die dort gespeicherten Daten restlos und unwiderruflich verloren. 3,6 Millionen Websites gingen dadurch größtenteils temporär, aber zu kleinen Teilen auch für immer offline.

Genauso ist ein Cloud Backup nutzlos, wenn es keine oder nur eine schlechte Verbindung zur Cloud gibt, wenn das Backup gerade gebraucht wird, besonders wenn das Backup mehrere GB groß ist. Es Hacker, die Versuchen Daten sämtlicher Art zu stehlen und Cloud Daten sind natürlich eher zu erreichen als eine externe Festplatte, die privat in einem Schrank liegt. Ebenso können Daten, die aus der Cloud gelöscht werden, selten bis gar nicht wiederhergestellt werden.



Fazit

Sowohl Cloud Backups als auch Backups auf physikalischen Medien haben somit ihre Vor- und Nachteile und keine hat eine 100% Sicherheit fehlerfrei zur Verfügung zu stehen, wenn sie gebraucht werden. Somit wäre es wohl am Besten sich nicht auf eine Version zu verlassen und beide Arten des Backups zu nutzen falls möglich ein Backup sowohl in der Cloud als auch lokal zur Verfügung zu haben, besonders wenn die Cloud Anbieter selbst keine Backups machen, was meist mit Extrakosten für den Nutzer verbunden ist.



Quellen:

History of Data Backup - From Tape to Cloud - CloudAlly

Amazing Facts and Figures About the Evolution of Hard Disk Drives - Solarwinds

Am Rhein brennt Europas Datenschatz - Frankfurter Allgemeine

OVH-Großbrand hat gravierende Folgen - Storage Insider

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